Ein Harnwegsinfekt (HWI) ist eine der häufigsten Infektionen, denen Frauen im Laufe des Lebens begegnen. Ein erheblicher Teil der Frauen erlebt ihn mindestens einmal im Leben; bei manchen kehrt die Infektion immer wieder. Infektionen, die über eine bestimmte Anzahl pro Jahr hinaus wiederkehren, werden als „wiederkehrender HWI" definiert und erfordern einen gesonderten Ansatz.
Warum ist er bei Frauen häufiger?
Bei Frauen erleichtern die kurze Länge des Harnkanals (Harnröhre) und seine anusnahe Lage den Bakterien den Weg zur Blase. Aufgrund dieses anatomischen Merkmals ist ein HWI bei Frauen weit häufiger als bei Männern.
Faktoren, die das Wiederkehren erleichtern
- Geschlechtsverkehr
- Vermindertes Östrogen und Gewebeverdünnung nach der Menopause
- Unzureichende Flüssigkeitszufuhr und langes Zurückhalten des Urins
- Diabetes
- Unvollständige Blasenentleerung und zugrunde liegende Zustände wie Steine
Bei häufig wiederkehrenden Infektionen ist das Ziel nicht nur, den aktuellen Schub zu behandeln; es ist, die Ursache zu finden und zu beseitigen, die Rückfälle verhindert.
Diagnose und Abklärung
Die Diagnose erfolgt mit einem Urintest und bei Bedarf einer Urinkultur. In wiederkehrenden Situationen können Ultraschall und eine weitere Abklärung durchgeführt werden, um zu sehen, ob eine zugrunde liegende Ursache vorliegt. Bei jedem Schub eine Kultur anzulegen, ist wichtig für die richtige Antibiotikawahl und die Überwachung von Resistenzen.
Vorbeugung: Rückfälle verringern
- Viel Flüssigkeit: Ausreichend Wasser über den Tag spült den Harntrakt.
- Urin nicht zurückhalten: Besonders nach dem Geschlechtsverkehr Wasser lassen.
- Nach der Menopause: Bei geeigneten Frauen kann regionale Östrogenunterstützung Rückfälle verringern.
- Vorbeugende Ansätze: Bei ausgewählten Patientinnen können auf ärztlichen Rat vorbeugende Behandlungsstrategien angewendet werden.
Unnötigen und wahllosen Antibiotikagebrauch zu vermeiden, ist entscheidend, um der Entwicklung von Resistenzen vorzubeugen.
Wann ist eine urologische Abklärung nötig?
Eine urologische Abklärung ist definitiv nötig bei Infektionen, die mehrmals im Jahr wiederkehren, trotz Behandlung nicht verschwinden oder mit Fieber/Rückenschmerzen oder Blut im Urin verlaufen. Ziel ist es, eine übersehene Ursache (einen Stein, unvollständige Entleerung, ein anatomisches Problem) zu erkennen.