Die interstitielle Zystitis (schmerzhaftes Blasensyndrom) ist ein Zustand, der mit chronischem Schmerz, Druck und häufigem Wasserlassen in der Blase verläuft. Sie tritt meist bei Frauen auf und wird oft mit einem wiederkehrenden Harnwegsinfekt verwechselt — doch in den Urinkulturen wachsen keine Bakterien. Da ihre Diagnose Zeit brauchen kann, ist Aufmerksamkeit wichtig.
Welche Symptome gibt es?
- Schmerz oder Druck, der mit der Blasenfüllung zunimmt und beim Wasserlassen vorübergehend nachlässt
- Sehr häufiges Wasserlassen bei Tag und Nacht
- Unbehagen im Unterbauch, in der Leiste oder im Beckenbereich
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Beschwerden, die von Zeit zu Zeit aufflammen und abklingen
Wie es sich von einem Harnwegsinfekt unterscheidet
Die Symptome ähneln sehr denen eines HWI; bei der interstitiellen Zystitis sind der Urintest und die Kulturen jedoch meist sauber, und Antibiotika bringen keinen dauerhaften Nutzen. Deshalb sollte dieser Zustand bei Patientinnen im Kopf behalten werden, die sagen: „Ich habe eine ständige Infektion, aber die Behandlungen wirken nicht."
Die interstitielle Zystitis ist kein Krebs und wird nicht zu Krebs; aber sie ist ein chronischer Zustand, der die Lebensqualität mindern kann und mit dem richtigen Management unter Kontrolle gebracht werden kann.
Was ist die Ursache?
Die genaue Ursache ist nicht vollständig bekannt. Man nimmt an, dass viele Faktoren zusammen eine Rolle spielen, wie eine Störung der Schutzschicht auf der inneren Blasenfläche, erhöhte Nervenempfindlichkeit und entzündliche Prozesse.
Wie wird sie diagnostiziert?
Es gibt keinen einzelnen spezifischen Test; die Diagnose wird durch den Ausschluss anderer Zustände gestellt, die ähnliche Beschwerden verursachen (Infektion, Steine, überaktive Blase, Tumor). Die Beschwerden, ein Miktionstagebuch, ein Urintest und bei Bedarf eine Untersuchung des Blaseninneren (Zystoskopie) werden eingesetzt.
Behandlungsmöglichkeiten
Eine einzige Behandlung wirkt nicht bei jedem; der Ansatz ist stufenweise und individuell:
- Lebensstil und Ernährung: Die Nahrungsmittel/Getränke, die die Beschwerde auslösen (Koffein, saure/scharfe Speisen), erkennen und reduzieren.
- Blasentraining und Stressmanagement: Regulierung der Miktionsintervalle, Entspannung des Beckenbodens.
- Medikamente: Orale Medikamente, die auf Schmerz und Blasenempfindlichkeit abzielen.
- Intravesikale und fortgeschrittene Behandlungen: Bei ausgewählten Patientinnen intravesikale Anwendungen und andere fortgeschrittene Methoden.
Wann sollten Sie zum Arzt?
Suchen Sie einen Urologen auf, wenn Sie Beschwerden haben, die wie eine wiederkehrende Infektion aussehen, aber nicht auf die Behandlung ansprechen, mit Schmerz, der mit der Blasenfüllung zunimmt, und häufigem Wasserlassen. Eine richtige Diagnose verhindert auch unnötigen Antibiotikagebrauch.