Bei der Nierenstein-Behandlung gibt es nicht die eine Methode; die richtige Methode wird je nach Größe, Lage und Härte des Steins und der Situation des Patienten gewählt. Die gute Nachricht: Mit dem Fortschritt der Technik ist die offene Operation fast Geschichte geworden. Heute lassen sich die meisten Steine schnittfrei oder mit einem sehr kleinen Eingriff behandeln.
Zuerst: erfordert jeder Stein eine Behandlung?
Nein. Die meisten kleinen Steine (meist unter 5 mm) können mit viel Flüssigkeit und bei Bedarf steinaustreibender Medikamentenunterstützung von selbst abgehen. Eine Behandlung kommt ins Spiel, wenn der Stein groß ist, eine Obstruktion verursacht, nicht abgeht oder zu starken Schmerzen oder einer Infektion führt.
Moderne Behandlungsmethoden
ESWL — Steine mit Schallwellen zertrümmern
Sie beruht darauf, den Stein mit von außen gesendeten Stoßwellen zu zertrümmern. Sie ist völlig schnittfrei und wird meist unter Sedierung angewendet. Sie ist bei Steinen geeigneter Größe und Lage wirksam; nicht jeder Stein eignet sich jedoch für ESWL — Härte und Lage des Steins sind wichtig.
RIRS / URS — Minimalinvasive Lasermethode
Über den Zugang durch den Harntrakt wird der Stein mit Hilfe eines flexiblen oder starren Endoskops und eines Lasers zerkleinert und entfernt. Es gibt keinen Hautschnitt. Sie wird besonders bei mittelgroßen Steinen und in Situationen bevorzugt, in denen ESWL nicht geeignet ist. Der Stein wird mit dem Laser zu Staub zerkleinert; die Erholung ist meist schnell.
PCNL — Perkutane Nierenchirurgie
Bei großen Steinen (meist über 2 cm) oder Ausguss-Steinen wird der Stein über eine sehr kleine von der Haut zur Niere angelegte Öffnung entfernt. Es ist die wirksamste Methode, um eine große Steinlast in einer einzigen Sitzung zu beseitigen.
Ziel ist es nicht nur, den Stein zu entfernen; es ist, mit dem geringsten Eingriff die höchste Steinfreiheitsrate zu erreichen.
Welche Methode für welchen Stein?
Ein allgemeiner Rahmen sieht wie folgt aus (die genaue Entscheidung ist individuell):
- Kleine Steine: Spontaner Abgang mit Beobachtung und medikamentöser Behandlung.
- Kleine bis mittelgroße Steine: ESWL oder RIRS/URS.
- Mittelgroße bis große und harte Steine: RIRS/URS.
- Große Steine: PCNL.
Die richtige Methode wird durch die gemeinsame Beurteilung der Tomographiebefunde, der Härte des Steins und seiner Lage bestimmt.
Nach der Behandlung: dem Rückfall vorbeugen
Mit der Beseitigung des Steins ist die Arbeit nicht getan. Menschen, die einmal einen Stein hatten, haben ein hohes Rückfallrisiko; deshalb sind eine reichliche Flüssigkeitszufuhr, Ernährungsanpassungen und bei Bedarf auf der Steinzusammensetzungsanalyse beruhende Maßnahmen wichtig.